Kreative Ideen erwandern

Auch wenn ich im Winter meist tapfer meine Sonntagswanderungen durchgehalten habe, genieße ich es doch total, nun in der grünen und sprießenden Natur, in Sonne und Wärme zu wandern. Es blüht und summt und duftet – alle Sinne werden verwöhnt und umschmeichelt.

Dazu kommt die Bewegung, die immer einen guten Ausgleich schafft zum stundenlangen Sitzen am PC.

Wenn Sie es ausprobieren, werden Sie erleben, wie die Bewegung den Kopf freimacht und Sie Abstand gewinnen vom Alltag.

Irgendwann hört das Gedankenkarussell im Kopf auf und er wird langsam frei für neue Ideen.

Alleine wandern

Wenn Sie für ein konkretes Projekt oder Problem Ideen brauchen oder gerade extrem im Stress sind, empfehle ich Ihnen, so einen Kreativ-Walk® alleine zu machen. Ich kenne es von mir, dass ich dann die Natur viel intensiver wahrnehmen kann und ich dadurch so langsam in einen anderen Zustand kommt, indem die Gedanken irgendwann ruhiger werden.

Dann kann es passieren, dass ganz plötzlich Ideen aufploppen, ohne dass Sie bewusst danach gesucht hätten.

Ich habe bei meinen Wanderungen immer ein Heft und Stifte dabei und setze mich dann zwischendurch immer wieder mal auf eine Bank oder eine Wiese, um die Ideen zu notieren.

Das alleine Wandern hat auch den Vorteil, dass Sie ganz in Ihrem eigenen Rhythmus gehen oder Pausen machen können, Notizen aufschreiben, sich einfach in die Wiese legen, in den Himmel schauen und so neuen Ideen leichter auf die Sprünge helfen.

Sie müssen sich mit niemandem abstimmen. Und Sie können Ihren Ideen Zeit und Raum lassen, sich zu entwickeln.

Ich kenne es aus meinen früheren Schweige-Retreats, dass ich es nach einer Eingewöhnungszeit ungeheuer entlastend und befreiend empfand zu wissen, dass ich nun auf niemanden reagiere muss. Schon alleine das Wissen darum, dass ich ganz bei mir bleiben kann, hat eine entspannende Wirkung.

Zu zweit wandern

Oft wandere ich mit einer Freundin zusammen, mit der das alles auch sehr gut funktioniert. Wir haben einen ähnlichen Rhythmus, wir machen Pausen, schreiben, oder schauen einfach in die Landschaft.

Gleichzeitig kann auch ein Austausch sehr fruchtbar sein. Einfach mal mit jemand anderem reden. Der vielleicht passende Frage stellt, wodurch manches klarer wird.

Oder – das ist auch ein witziges Phänomen – oft werden mir Gedanken oder auch Entscheidungen schon beim Erzählen klarer. Indem ich es laut ausspreche und mir quasi selber zuhöre, wird mir schon einiges deutlich.

In Gruppen wandern

Ich muss zugeben, dass ich das noch kaum ausprobiert habe, weil es mich eher abschreckt. Wir begegnen oft Wandergruppen, die sich in kleine Quatsch-Untergruppen aufteilen. Ich glaube, mir fehlt dabei die Ruhe und die Flexibilität, daher reizt es mich nicht.

Aber da wir Menschen unterschiedlich sind, ist es vielleicht für Sie auch eine Option. Vielleicht auch, wenn Sie noch kaum Erfahrungen mit Wandern haben. Und sich erst einmal einer Gruppe anschließen möchten.

Auch da kann man sicher mal hinterherschleichen und seinen eigenen Gedanken nachhängen. Und später wieder mit der Gruppe zusammensitzen.

Konkretes Thema oder ganz offen

So ein Kreativ-Walk® macht nicht nur Sinn, wenn Sie ein konkretes Thema oder eine Fragestellung haben. Auch wenn Sie gerade sehr im Stress sind, kann so ein Tag mit Bewegung in der Natur Ihre Batterien aufladen, so dass Sie in den folgenden Tagen davon profitieren können. Sozusagen als Grundlagen-Kreativitäts-Training.

Sie können aber auch ganz gezielt mit einem Thema oder einer Fragestellung losgehen, diese sozusagen erst einmal im Hinterkopf simmern lassen und eine Weile gehen.

Später dann können Sie das Thema bewusst beleuchten, ein Brainstorming auf der Wiese machen oder eine Kreativitätstechnik hinzunehmen.

 

Wander-Coaching oder Seminar

Wenn Sie ganz gezielt an einem Projekt oder einer größeren beruflichen oder privaten Lebensplanung arbeiten möchten, dann können Sie einen Kreativ-Walk® bei mir buchen oder an dem Sommer-Seminar im Bergischen Land teilnehmen.
Auf ausgewählten Wegen mit Kreativ-Stationen beleuchten wir Ihre Themen, dazu wähle ich die passenden Kreativitätstechniken aus, mit der Sie diese bearbeiten können.

Dieses Frühjahr biete ich kein Kreativitäts-Wander-Seminar in der Türkei an, sondern suche eine Alternative und wandere auf einer kroatischen Insel.
Dafür biete ich im Sommer das gleiche Seminar-Format im Bergischen Land an.

Hier können Sie in wunderschöner Natur Ihre wichtigen Themen mit Abstand betrachten und kreative Wege und Veränderungen planen, die anstehen. Und sich gleichzeitig an Körper und Geist erholen.
Das Seminar findet auf jeden Fall statt.

 

Einmal ums Dorf

Die große Runde

Während meines Türkei-Aufenthalts versuche ich möglichst oft, die „große Runde“ zu gehen. Das bedeutet, einmal am Strand entlang bis nach „karaburun“, das Ende der Bucht. Vor den Hügeln geht die Straße dann links weiter und nach 15 Minuten biegt sie wieder links ab und ich gehe im Landesinneren zum Dorf zurück. Reine Gehzeit ca 1 ½ Stunden.

Als ich vor einigen Tagen die Runde drehte, kam mir dann anschließend in den Sinn, dass es schon erstaunlich ist, was ich bei so einer Runde alles erlebe.

Ich lief also die erste Strecke am Strand entlang und nach 10 Minuten kam ich an einer türkischen Familie vorbei, die im Schatten neben Sträuchern saßen, Tee gekocht hatten und Süßigkeiten dazu aßen. Am Wochenende kommen hier viele Türken zum Strand und schleppen Grill und alles mit.

Die Frau grüßte mich freundlich und als ich auf Türkisch zurück grüßte, wurde ich gleich gefragt, woher ich denn komme. Und im nächsten Atemzug wurde ich schon eingeladen, mich zu ihnen zu setzen oder zumindest etwas zu probieren. Ich war schon 2 Schritte weiter und hatte nach dem langen Arbeiten am PC einen großen Bewegungsdrang. Deshalb bedankte ich mich und lehnte ab – und ging weiter. Nachher habe ich mich über mich geärgert. Die 5 Minuten hätte ich ruhig aufbringen können, es war doch nett gemeint! Und wer weiß, was ich da Leckeres kennengelernt hätte. Auf jeden Fall nette Menschen.

Da war ich wohl wieder sehr deutsch gewesen, hatte um 19 Uhr noch einen Skype-Termin, daher fühlte ich mich schon wieder getrieben. Phhh.

Winken und Grüßen an jeder Ecke

Dann ein Stück über die Straße, da kam ein Transit vorbei – und kurzes Hupen und Winken. Ah, das war Hasan, der mich grüßte. Kurz drauf drehte er und kam winkend wieder vorbei. Er sammelte Touristen auf, die er wohl zum Flughafen fuhr.

An einer Biegung schaute ich nach einem Haus von Bekannten, die ich seit Jahren hier treffe (aber nur flüchtig kenne), die mir beschrieben hatten, wo ihr Haus ist. Da kam ein Paar mit Hund vorbei und der Mann fragte mich gleich, ob er mir helfen könne. Ja so und so, ich suche I. und W. Ja, die wohnen da vorne. Er ist Türke, seine Frau ist Irin. Sie hätten hier nur mal Urlaub machen wollen- und seien dann hier geblieben.

So hatte ich gleich wieder Einblick in eine Lebensgeschichte bekommen und treffe sie seitdem regelmäßig, was winken und grüßen zur Folge hat.

Auf dem Rückweg komme ich über die Straße an einem kleinen Cafe vorbei, wo ich schon letztes Jahr immer freundlich von Nezihe gegrüßt wurde. Dieses Jahr haben wir uns dann „kennengelernt“ und miteinander gesprochen und die Namen erfragt.

Diesmal lud sie mich spontan zu einem Tee ein – und sie hatte Schokoladenkuchen auf dem Tisch. Da konnte ich nicht nein sagen!

Ich gehe danach weiter, da kommt mir ein Auto entgegen und hält: Ah, meine beiden Bekannten, deren Haus ich gefunden hatte. Wir wechseln kurz einige Worte.

Wieder später kommt mir ein Pritschenwagen entgegen und blinkt. Keine Ahnung, wer das ist, das kann ich durch die Scheibe nicht erkennen, wird schon jemand sein, den ich kenne. Winke also zurück.

Kurz drauf kommt auch er zurück und kurbelt die Scheibe runter: „Na, Zamyat, du bist ja schon müde“ –meint Cemil auf Englisch. Ich hatte inzwischen einen gemütlicheren Gang eingelegt.

Von Ferne winkt mir Mevlüt schon zu, der vor seinem Haus sitzt. Ohne Gäste, dieses Jahr ist es hier überall total leer, selbst in solche beliebten Pensionen wie seinem Dostlar evi (Haus der Freunde). Ich winke nur zurück und gehe weiter, noch einen Tee am Abend will ich nicht. Dann schlafe ich abends nicht ein. Und ich habe immer noch Apfelsinen aus seinem Garten von meinem letzten Besuch hier. Er hatte mir angeboten, jederzeit wiederzukommen und einzusammeln, was unter den Bäumen liegt.

Im Dorf komme ich dann auch noch an einem weiteren kleinen Hotel vorbei, wo ich jederzeit in den Garten gehen und Tee trinken kann. Hier wohnen oft Freunde von mir und ein Mitarbeiter macht mit mir immer den Transfer zum Flughafen. Auch Bücher kann ich hier jederzeit holen, die Touristen da gelassen haben.

Drei Häuser weiter winkt Halil, der neu ein Restaurant eröffnet hat. Keine gute Zeit für solche Start ups, wo kaum Touristen kommen. Auch er würde mir jederzeit einen Tee spendieren, natürlich auch in der Hoffnung, dass ich dann auch mal wieder zum Essen vorbei komme. Doch auch ohne sauer zu sein, wenn ich es nicht mache und nur ein kurzes Schwätzchen mit ihm halte.

So könnte ich noch endlos weiter erzählen.

Freundliche Begegnungen

Was ich damit zeigen will: Alle paar Meter gibt es hier freundliche Begegnungen. Sei es mit Menschen, die ich kenne, da ich seit Jahren herkomme, sei es aber auch mit wildfremden Menschen, die einfach am Strand sitzen oder die ich auf der Straße treffe.

Ich erfahre den letzten Tratsch, wer jetzt wo was macht, sehe, wie schon wieder jemand etwas Neues eröffnet (wo ich mich nur über den Optimismus wundere – oder stecken sie vielmehr Kopf in den Sand??) und gehe oft genug mit Geschenken wie einen Rucksack voller Orangen nach Hause.

Das finde ich einfach total schön und ich fühle mich daher hier nach wie vor sicher und geborgen in dieser freundlichen Umgebung.

Cirali ist und bleibt für mich ein magischer Ort- mit ganz besonderen Begegnungen. Aber selbst bei so einer normalen Abendrunde passiert immer wieder etwas Nettes – wenn man die Augen und das Herz offen hält.

Abenteuerweg zum Visionsplatz

Weg mit Hindernissen zum Visionsplatz

An meinem letzten Urlaubstag (bevor die Online-Seminare beginnen) wollte ich endlich den Kanalweg laufen, den ich so sehr liebe. Wegen seiner Weitblicke, am Ende dem wunderschönen Visionsplatz (von mir so benannt, weil ich hier mit meinen Teilnehmern der Seminare den Visionstag einlege) und im Frühling mit vielen wunderschönen Blumen und Gräsern.
Doch ich musste mich aus verschiedenen Gründen regelrecht treten, um mich dann tatsächlich aufzuraffen.
Lesen Sie dazu auch: Hindernisse überwinden- und dadurch glücklich sein.

Aufbruch

Im Moment ist in Cirali noch nix los, ich habe den Eindruck, ich bin fast die einzige Touristin hier, daher befürchtete ich, dass auch nicht viele Autos fahren und das mit dem Trampen nicht so einfach wird. Der Dolmuş verkehrt noch gar nicht, weil sich das nicht lohnt.

Tatsächlich:

Ich war noch gar nicht an meiner Stelle angekommen, wo ich immer den Daumen raushalte, sondern noch auf der kleinen Brücke, da kam schon ein Auto. Das auch sofort hielt und mich mitnahm. So war ich also schon nach 10 Minuten am Kanalweg.

Glücksmomente

Kanalweg

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Winter-Wandern

Winter-WandernBei dem Blick aus dem Fenster heute morgen war ich sehr versucht zu sagen: „Ach, ich mache mir einen gemütlichen Sonntag zu Hause.“ Es war üsselig, grau, Schnee lag auf den Feldern, zum Teil taute es. Aber im Moment weiß man ja nicht, wie es wird. Es kann jederzeit wieder schneien…

Ich muss gestehen, ich mag keinen Schnee! Ich wohne im Bergischen Land und muss erst einmal einen steilen Hügel hinunter fahren, wenn ich aus meinem Dorf heraus will. Das traue ich mich nicht mit dem Auto, wenn Schnee liegt. Ich traue mich auch nicht so richtig zu wandern oder zu walken. Fürchte, auszurutschen, mir wieder was zu brechen. (Davon hatte ich schon genug in meinem Leben).

Daher fühle ich mich bei Schnee eingeschränkt und Kälte mag ich sowieso nicht.

Nun hatte ich aber letztes Jahr so schön begonnen, jeden Sonntag zu wandern. Und ja auch gemerkt, wie gut mir das tut! In jeder Hinsicht, körperlich und psychisch. Ich vermisste es schon schmerzlich.

So raffte ich mich dann doch auf und fuhr los. Zur Agger, wo ich dann einfach loslaufen wollte und dann entscheiden, wie weit und wie lange ich gehe.

Das Wetter ist draußen anders als  von drinnen 🙂

Winterliche LandschaftIch machte wieder die Erfahrung wie schon mal bei einem nieseligen nebeligen Tag: Das Wetter erlebe ich draußen komplett anders als wenn ich in der Wohnung sitze und nur aus dem Fenster schaue. In diesem Fall heute war es gar nicht so schlimm wie befürchtet. Abgesehen davon, dass ich auch stolz auf mich war, die inneren Widerstände überwunden zu haben, gefiel es mir auch richtig gut. Es war gar nicht so kalt, auch nicht glatt, ich konnte gut gehen. Meinen Körper wieder mehr und anders zu spüren, mich zu bewegen, das alles bereitete mir wieder Genuss und Freude.

Natürlich stürmten auch gleich wieder diverse Ideen auf mich ein. Zum Hinsetzen und Aufschreiben war es zu kalt, also nutze ich das Diktiergerät auf meinem Smartphone.

So habe ich heute zwar keine Tageswanderung gemacht, aber immerhin war ich einige Zeit draußen und habe mich bewegt und die Natur genossen. Also weiter so!

Fundstücke

Fundstücke an der Agger

Fangen Sie doch mal von hinten an – Kreative Lösungen

Kreativ-WalkTheorien sind schön und gut, am meisten lerne ich allerdings durch eigene Erfahrungen. Letzten Sonntag hatte ich wieder so ein Glühbirnen-Erlebnis (= Erkenntnis).

Zuerst erzähle ich die konkrete Story, danach geht es aber darum, wie man diese Erkenntnis auf den Alltag übertragen kann.

Der konkrete Anlass

Hier also erst mal die Geschichte.

Ich habe mir ja vor einigen Monaten vorgenommen, jeden Sonntag wandern zu gehen und habe es auch fast immer umgesetzt.

Diesen Sonntag nun war grauer Himmel und mehrere Schauern vorhergesagt. Ich habe spät gefrühstückt und hatte eine heftige Woche hinter mir. Daher war ich also kurz versucht, zu Hause zu bleiben und mir einen „gemütlichen Tag“ zu machen, mal ganz ohne Termine und Arbeit.

Gleichzeitig weiß ich aber, dass fast nichts so aufbauend und wohltuend für mich ist wie wandern. Doch die Vorstellung, womöglich stundenlang durch Regen zu laufen schreckte mich in dieser Verfassung doch etwas ab.

Kreative Lösung

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Manchmal geht’s leichter hinten herum

was-macht-kreatitivtaet-ausManche Ereignisse im Leben kann man ja auch als Metapher sehen – wenn man sie mit dem nötigen Abstand betrachtet. Oder auch spielerisch als kreativen Impuls.

Und da ich eine Erfahrung nun gleich mehrfach gemacht habe, sprang mich das Thema plötzlich an: Manchmal geht’s hintenrum viel leichter.

Dazu erzähle ich erst einmal die Geschichten – und dann übertrage ich es auf den Alltag und überlege, was kann man auch für andere Bereiche vielleicht daraus lernen? Diese Überlegungen werde ich „schreibdenkend“ mit Ihnen gemeinsam durchführen.

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Äpfel zum Mitnehmen

20161106_111214_resizedAuf meiner letzten Sonntagswanderung kam ich an diesem Korb vorbei.

Vorher war mir eine Wandergruppe begegnet, bei der auffällig viele Äpfel kauten. Nun wusste ich, woher sie die Äpfel hatten.

Passend dazu hatte mir letzte Woche eine Kollegin, die inzwischen in Wales lebt, dazu geschrieben:

Uns macht es jedes Jahr um diese Zeit immer Spaß, Körbe mit Kochäpfeln zum Mitnehmen auf den Wanderweg auf der anderen Kanalseite zu stellen. Und da findet sich immer mal wieder ein nettes Briefchen im Korb, z.B. so: „Mm … Apfelkompott zum Nachtisch! Danke!“

Danke für die Zusendung dieser schönen Idee, die sich dann direkt auch hier materialisierte :-).

 

 

Freundliche Alltagsgesten: Step Sticks to go

Das heutige Beispiel begegnete mir noch in der Türkei. Inzwischen sitze ich ja wieder am heimischen Schreibtisch.

20161025_180900Bei meiner täglichen Abendrunde traf ich eines Abends auf diese tolle Idee. Das Bild spricht ja eigentlich schon für sich. Einige Stöcke an der Wand und auf dem dicken Stein darüber steht: Step-Sticks to go.
Da ich selbst immer mit Walk-Stöcken laufe fand ich es besonders reizend. Denn mit so einem Wanderstock lässt es sich einfach besser laufen, vor allem wenn man den Lykischen Weg geht mit viel bergauf und bergab.

Diese Mauer gehört zu der netten Pension „Dostlar evi“ (Haus der Freunde) und ich bin sicher, dass einer der Gäste auf diese nette Idee kam. Hier komme ich gegen Ende meiner Runde immer vorbei und manchmal besuche ich kurz Mevlüt, um ein Schwätzchen zu halten und werde in der Regel zu einem Tee eingeladen. Was ja auch eine freundliche Alltagsgeste ist, die aber in der Türkei so „normal“ ist, dass sie kaum noch auffällt.
(Überhaupt wäre es in Deutschland ja meist undenkbar, dass ich einfach irgendwo reingehe und jemanden spontan besuche, ohne vorher anzurufen und einen Termin auszumachen :-)).

In dieser Pension treffe ich immer wieder auf nette Menschen, die auch eher zu den „Alternativ-Reisenden“ gehören. Und auf solch nette Ideen kommen.

Tägliches Kopf-frei Ritual

Eine neue Gewohnheit

WalkenIch habe wieder etwas Neues angefangen und bin total begeistert – auch von mir! Sie wissen ja, wie schwer es ist, neue Gewohnheiten einzurichten.
Nun habe ich wieder etwas begonnen, dass toll für meine Gesundheit und Fittness ist und mir gleichzeitig ständig neue Ideen beschert, weil es mir den Kopf frei bläst.

Und zwar laufe ich hier in der Türkei nun jeden Nachmittag „die große Runde“ ums Dorf, die ca. 1 ½ Stunden dauert. Ich muss es immer ziemlich genau timen. Wenn ich zu früh gehe, ist es noch zu warm, wenn ich zu spät gehe, komme ich ins Dunkle. Im Moment laufe ich so um 17 Uhr los, dann komme ich in der Dämmerung wieder im Dorf an.

Positive Effekte

Natürlich tut mir die Bewegung körperlich gut. Ich liebe es inzwischen, die Bewegung zu spüren und durchaus auch ein wenig Anstrengung. Oft habe ich ein Affentempo drauf, habe einen richtigen Bewegungsdrang und renne los. Es ist eine tolle Abwechslung zum stillen am Laptop sitzen.

Vor allem bläst es aber den Kopf frei.
Befreit mich von negativen Gedanken und Gefühlen, die ich durchaus auch manchmal hier im Paradies habe. An einem Tag ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte, der Support war nicht erreichbar, jedenfalls nicht so schnell, wie ich es in meiner Ungeduld wollte. Dann habe ich mich über jemanden geärgert oder was auch immer.

Da hilft Anstrengung und Bewegung sehr, ich kann mich sozusagen austoben nd abreagieren.

Es bläst aber auch den Kopf frei für neue Ideen. Es gibt Momente, die mich an Meditation erinnern, Sekunden, wo ich einmal nichts denke, und nur wahrnehme und spüre. Wind, Sonne, Gerüche, Geräusche. Und einfach gehe…

Oft kommen dann auch neue Ideen, was mich ja auch auf die Idee des Kreativ-Walks® brachte.

Was macht Ihren Kopf frei?

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Freundliche Alltagsgesten

Sonnenaufgang in Cirali

Heute kam mir bei meiner Abendrunde ( 1 1/2 Stunden rund um Cirali) die Idee, in meinen wöchentlichen Newsletter eine Rubrik hinzuzfügen zum Thema „Freundliche Alltagsgesten“. Vielleicht nenne ich sie auch „Sonnenstrahlen“? Das versteht aber wohl außer mir kein Mensch.

Es geht mir darum, ein kleines Gegengewicht zu schaffen gegen die Überschwemmung mit negativen Nachrichten. Man könnte den Eindruck bekommen, dass die Welt hauptsächlich aus Gewalt, Krieg und Hass besteht. So schlimm wie all diese Ereignisse sind, so wichtig finde ich es, die eigene Achtsamkeit und Wahrnehmung zu schulen für die kleinen schönen Dinge.

Und hier soll es speziell um Freundlichkeiten gehen. Wo wir Menschen erleben, die mit einer freundlichen unspektakulären Geste zeigen dass sie an andere denken, etwas nettes oder hilfsbereites tun, ohne etwas dafür haben zu wollen. Nicht einmal ein Danke schön oder Anerkennung, da es oft gar nicht bemerkt wird oder man nicht weiß, von wem es kommt.

Beispiel für eine freundliche Geste

Gestern Morgen habe ich mal kein Yoga vor dem Frühstück gemacht, sondern habe im Meer geschwommen. Ich habe nur ein Handtuch auf den Strand gelegt und ab ins Wasser.

Da sah ich einen alten türkischen Mann mit Hund am Strand entlang kommen und dachte noch: „Hoffentlich pinkelt mir der Hund nicht aufs Handtuch.“ (Wie komme ich nur auf so ne blöde Idee? Hier laufen auch sehr viele freie Hunde rum, die das noch nie gemacht haben).

Stattdessen sehe ich dann, dass sich der Mann neben meinem Handtuch bückt und Steine drauf legt. Damit es bei einem Windstoß nicht wegweht! Und ging weiter.

Er wusste gar nicht, wem es gehört, er schaute auch nicht aufs Meer, wollte kein Danke schön und Nichts. Es war einfach eine kleine für ihn wohl selbstverständliche Geste.

Mir zauberte sie ein zusätzliches Lächeln auf die Lippen. Wobei ich sowieso schon strahlte. Denn in der Morgensonne auf dem Sonnenstrahl im Meer hinauszuschwimmen – das ist schon Strahlefutter genug.

Nun möchte ich hier wöchentlich so ein kleines Beispiel einstellen. Das erfordert von mir natürlich auch ein bewussteres Drauf-Achten, was so um mich herum passiert an netten Verhaltensweisen.

Außerdem lade ich Sie ein, mir Ihre Erlebnisse und Beobachtungen per Mail zu schicken. Damit uns die positiven Beispiele nie ausgehen. ☺☺☺